Fertig?

Der Abgabetermin der Bachelor-Arbeit liegt mittlerweile zurück. Alles pünktlich abgegeben. Und irgendwie gemeistert. Es waren tatsächlich anstrengende Wochen. und tatsächlich hatte ich ganz zum Schluss auch noch meinen „Bachelor-Arbeit-Moment“. Die Vereinbarung mit der Druckerei war nicht so ganz 100% wie vorgestellt. Es kam zwar keine Hektik oder Panik auf, aber ich hab den eigentlichen Plan (persönliche Abgabe) zunächst von Montag auf Freitag zurückverlegt und am Ende wurde es dann doch der Versand per Express. Aber alles pünktlich da.

Und jetzt? Jetzt ist die große Arbeit getan. Quasi der Abschluss, das Grand Finale des Studiums. Breitet sich eine Leere aus? Eher nein. Es war ein angenehmer Prozess vom vollkommenen Gedankenchaos (und so sah auch meine Wohnung aus) hin zu einer geordneten Struktur (und auch die Wohnung war dann wieder in Ordnung). Im Nachhinein wünschte ich mir etwas mehr Zeit. Das Thema war spannend und interessant und ich hatte tatsächlich auch so meine „Aha!“-Erlebnisse. Und so sollte das ja auch sein. Ein Erkenntnisgewinn. Und wenn es nur ein eigener ist.

Etwas schräg mutet es nun an, dass ich zum einen wieder im Büro beim Arbeiten sitze, als wäre nichts geschehen. Dass ich ab dem 9.4. wieder in Stuttgart sein werde, um die letzte Theoriephase zu bestreiten. Ich freue mich tatsächlich darauf. Zum einen, weil ich dann ein letztes Mal die Anwesenheit der Menschen, die mich seit Herbst 2015 begleitet haben genießen darf, weil ich dann noch ein letztes Mal das „Studentenleben“ genießen kann (die Maß Bier im Troll für €5,20) und weil der Studiengangsleiter ein dermaßen spannendes Programm für die letzte Vertiefung zusammengestellt hat. Außerdem nochmal das Stadtleben für fast 3 Monate genießen, bevor dies dann wohl eher nur noch an Wochenenden oder tageweise passieren wird.

Die letzte Theoriephase bietet auch wieder einiges an Spaß. OK. Das ist ein wenig übertrieben. Und beinahe scheint es mir, als ob wir an der DHBW eher so eine Art Menschenversuch sind. Die Motivation nach einer Bachelor-Arbeit hochzuhalten ist wohl nun die Kunst, die es anzuwenden gilt. Es stehen noch 2 Essays zum Thema Ethik an. Dazu eine Gemeinschaftsarbeit zum Thema Sozialreportagen. Eine Hausarbeit im Bereich Gemeinwesenarbeit und eine Klausur zum Thema Sozialmanagement. Nun ist es schön, dass ich mir den zusätzlichen Aufwand eines Referats schon im letzten Semester gemacht habe. Dies fällt dann weg. Zum Abschluss (und das dann auch noch nach letzter Praxisphase und Urlaub) steht dann noch die mündliche Prüfung Ende September an. Und dann ist es tatsächlich durch und ich kann mir überlegen, wie alles weitergehen soll.

Es scheint, als gäbe es keine Fortsetzung der  Zusammenarbeit in der derzitigen Einrichtung. Ein wenig traurig, aber auch zum einen zuversichtlich und dann natürlich neugierig, was danach so passieren und auf mich zukommen wird. Und dann halt doch wieder das übliche Spiel mit Bewebungen und Vorstellungsgesprächen etc. Auch darauf bin ich schon gespannt. Bislang kenne ich das ja nur (von beiden Seiten) aus der Wirtschaft. Auch das bleibt spannend. Und natürlich möchte ich nur ungern meinen derzeitigen Wohnort (schon wieder) aufgeben.

In jedem Fall freue ich mich darauf, dass der ständige Wohnortwechsel der letzten 3 Jahre dann vorbei sein wird. Endlich wieder irgendwo ankommen. Nur noch die eigenen vier Wände. Auch das hat Energie gekostet.

 

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Die Bachelor-Thesis

Was für ein grauenhaftes Wort. Aber nachdem ich kürzlich irgendwo etwas über Gin aus Stuttgart gelesen habe, der mit lokalen ‚botanicals‘ (WTF?!) hergestellt wird, lesen durfte – mach ich mir den Spaß auch. Aber der Vollständigkeit halber: Das hieß irgendwann mal ‚Vordiplom‘. Und so wirklich etwas damit anfangen konnte man eher nicht. Aber sei es drum.

Für mich persönlich ist das ja nun tatsächlich das absolute Optimum. Und ich knapp 9 Monaten ist es dann so weit. Bachelor-Studium durch. Abschluss in der Hand, der Tasche auf dem Rechner und vor allem im Lebenslauf drin. Und dann kann der berufliche Neustart ab dem 1.10.2018 beginnen.

Bis dahin allerdings die organisatorische Aufgabe, eine Bachelor-Arbeit zu schreiben, während ich 40 Stunden im Büro verbringe. Ich hatte es mir etwas leichter vorgestellt. Bin aber nach wie vor sehr zuversichtlich. Glücklicherweise ist noch Resturlaub vom vergangenen Jahr da und meine Einrichtung gewährt mir auch die 10 Tage Sonderurlaub für das Anfertigen der Abschlussarbeit. So kann ich mich ab Anfang Februar 4 ganze Wochen vollzeit auf die Arbeit stürzen.

Bislang tu ich mich etwas schwer und habe auch kaum mehr als das erste Kapitel einigermaßen „im Griff“. Aber ich denke, dass ich die nächsten beiden Wochen noch das ein oder andere vervollständigen kann.

Es bleibt in jedem Fall spannen. Auch für mich selbst. Schon, weil ich keine Ahnung habe, in welche Richtung das mit dem Schreiben noch geht. Der Anfang ist klar. Und die grobe Richtung auch. Aber ich merke schon jetzt beim Lesen, dass es so viele neue Erkenntnisse und spannenden Informationen gibt und ich deswegen auch sehr darauf achten sollte, mich nicht zu sehr zu verzetteln. Ein klarer Auftrag also.

Das Thema der Arbeit soll natürlich auch nicht fehlen:

Bachelor_Arbeit

5. Semester – Theorie

Zum vorletzten Mal Umzug nach Böblingen. 2/3 der Zeit sind mittlerweile um. Eigentlich noch ein ganzes Jahr. Da ich mit Praxis aufhöre sind es tatsächlich nur noch 9 Monate. Ende Juni 2018 ist alles durch. Bachelor-Arbeit wird Ende März abgegeben sein.

Dieser Theorieteil scheint – nach den letzten beiden – wieder etwas entspannter abzulaufen. Die größte Herausforderung liegt wohl auf der Findung des Themas und der Fragestellung für die Bachelor-Arbeit. Die Restlichen Prüfungsleistungen sind dann doch recht entspannt. Zwei Essays, ein Referat und eine Klausur. Ab Januar dann Bearbeitung der Bachelor-Arbeit.

Es wird sicherlich viel Lesearbeit nötig sein. Und die Dozenten laden nicht alle wirklich ein, sich motiviert auf die Textarbeit zu stürzen. Aber dadurch, dass die restliche Zeit hier an der Hochschule wirklich absehbar erscheint, ist die Beschäftigung mit der Qualität der Dozierenden hier auch eher eine Diskussion ohne Sinn und Richtung.

Mittlerweile steht das Thema der Bachelor-Arbeit in groben Zügen. Nun geht es darum schon einmal einen Einstieg in die Literatur zu finden und einen Dozenten ausfindig zu machen, der sowohl passt als auch Willens ist, mich beim Schreiben der Arbeit zu betreuen und begleiten.

Und so langsam geht es natürlich auch um die Frage: Wie möchte ich mich bezüglich der weiteren beruflichen Ziele und Wünsche positionieren? Gibt es eine Möglichkeit in der derzeitigen Einrichtung zu bleiben und unter welchen Voraussetzungen? Geht eventuell doch auch wieder die Bewerbungs-Maschinerie los und wie unterscheidet sich die von meinem vorherigen (Arbeits)Leben? In welche Richtung soll der Weg weiter gehen? In Deutschland bleiben? Sich mit dem Thema ‚Arbeiten in der Schweiz‘ beschäftigen? Bleibt es beim Arbeitsfeld der Behindertenhilfe oder ist ein anderes Feld eventuell spannender und ergiebiger? Welche Fort- und Weiterbildungen strebe ich noch an?

Also auch hier noch einige Fragen, die es zu beantworten oder zumindest zu überlegen und zu diskutieren gilt. Aber auch hier ist ja schon ein enormer Fortschritt und Erfolg zu sehen. Vor 4 Jahren war ich beispielsweise auch an dem Punkt angelangt, dass ich an das/mein Leben keine Fragen mehr hatte. Und das ist viel dramatischer und deutlich weniger erträglich, als keine Antworten zu haben.

 

 

4. Semester – Praxisphase

Schon wieder sind die ersten 4 Wochen der Praxisphase durch. Der Einsatz in der Schule hat auf der einen Seite viel Spaß gemacht. Auf der anderen Seite doch wieder gezeigt, dass ich auch in meiner Stammeinrichtung nicht wirklich mit Jugendlichen arbeiten möchte. Nachdem ich das in den ersten Phasen in den Jugendhäusern schon gemerkt hatte nun also auch in der Schule. Ich mag die Menschen. Aber mit ihnen arbeiten ist einfach nicht mein Gebiet. Da gibt es Kolleginnen und Kollegen, die darin deutlich stärker sind und das auch wunderbar meistern.

Nach diesen 4 Wochen ist es jetzt wieder an der Zeit für 3 Wochen in eine Feriengruppe zu gehen. Also wieder 24/7 Betreuung über 3 Wochen. Dieser eine freie Tag/Woche (ohne eigenes Auto und eher im Niemandsland) zählt nicht. Dennoch macht es Spaß. Auch wenn ich in diesem Jahr merke, dass mir die 9 Monate weg von daheim schon zugesetzt haben. Dass es mich so viel Energie kostet hätte ich nicht vermutet. Und ich merke es vor allem daran, dass sich gerade alle mögliche in mir sträubt, nun schon wieder 3 Wochen aus Rucksack und Koffer zu leben und nebenbei auch noch zu arbeiten.

Immerhin die Truppe, die wir dabei haben werden ist ganz interessant. Gut gemischt von Alter und Wesen. Einige Autisten dabei. Und die mag ich immer besonders gern. Da macht der Umgang richtig Spaß. Also zumindest mir. Zu zweien, die ich schon ein wenig länger kenne, kommt noch ein dritter hinzu, den ich erst in den letzten Wochen kennengelernt habe. Und die drei könnten unterschiedlicher kaum sein. Von „ich kau Dir ein Ohr ab“ bis zu „ich rede nicht, wenn jemand dabei ist“. Das wird in jedem Fall wieder sehr spannend.

Im Anschluss an die 3 Wochen habe ich dann auch tatsächlich 2 Wochen Urlaub. Und dann Ende September nochmal 2 Tage. Da wird es dann den jährlichen Besuch im Europapark geben. Und danach beginnt sozusagen der Endspurt vom Studium. Ein seltsames Gefühl. Jetzt schon. Aber im März 2018 muss die Bachelor-Arbeit abgegeben sein. Es fühlt sich allerdings gerade immer noch so an, als hätte ich eben erst begonnen, mein Leben auf den Kopf zu stellen. Und es macht weiterhin verdammt viel Spaß!

Theroeiphase Ende – 9 Monate aus Koffer und Rucksack

Dieses Mal fiel es mir schwer in den letzten 4 Wochen der Theoriephase etwas zu schreiben. Insgesamt war die Phase recht seltsam – verglichen mit den vorangegangenen. Ich war müde, lustlos, ganz oft ohne wirkliche Motivation… Dennoch war es einigermaßen produktiv. Wenngleich auch mit der ‚auf den letzten Drücker‘-Nummer. Aber die hat dieses Mal einfach gepasst.

Ein Referat, eine Forschungsskizze mit Online-Umfrage, eine Seminararbeit im Thema Sozialarbeitspolitik und dazu 3 Klausuren. Die letzte war am heutigen Freitag. Und jetzt: Endlich wieder daheim.

Seit Oktober letzten Jahres lebe ich jetzt aus Koffer und Rucksack mit dem 3 monatigen Aufenthalt in Uganda und Kenia. Alles wieder wunderbar und sehr bereichernd für mein Leben. Aber nun bin ich sehr froh, dass ich endlich wieder – wenn auch nur erstmal für 4 Wochen – wieder nur daheim bin.

So sehr habe ich mich selten einmal auf Arbeit gefreut. Am Montag geht es wieder los. Alles ein wenig geregelter und ’normaler‘. Und endlich wieder in meiner Einrichtung. Dieses Mal nicht in einem Haus und einer Wohngruppe, sondern zum einen in der Schule und danach dann in der Werkstattleitung. Interessant und spannend. Hinzu möchte ich noch 2-3 Vorträge halten.

Im August dann wieder 3 Wochen aus dem Koffer leben. Feriengruppenbetreuung. Wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Und das schon bevor es losgeht. Es macht auf der einen Seite immer viel Spaß. Auf der anderen Seite auch immer sehr anstrengend. Und eben wieder 3 Wochen aus dem Koffer, in einem fremden Bett, in einer fremden Umgebung. Offensichtlich wird man da mit der Zeit ein wenig sensibler. Aber das ist einfach nur so.

Heute gibt es also gleich mehrere bemerkenswerte und auch feiernswerte Dinge.

  1. Semesterende – Klausuren gefühlsmäßig bestanden und wieder zu Hause
  2. Nur noch 1 Jahr – dann ist das Studium durch
  3. Ich bin seit exakt 15 Jahren Nichtraucher.

Wer nichts weiß, malt ’nen Kreis. (Mit Dank an Marian G.)

Sportsuchtrekonvaleszent – oder den Spaß an der Bewegung wieder finden

Über 3 Jahre habe ich mich sportlich nicht mehr wirklich regelmäßig betätigt. Kaum noch Bewegung (von gelegentlichen Spaziergängen oder Wandertouren abgesehen) in meinem Leben. Wer mich schon länger kennt weiß, was für ein Bruch das in meinem Leben war. Wer mich noch nicht so lange kennt: Mehr Sport macht man gewöhnlich nur, wenn man damit Geld verdient.

Jetzt also ein weiterer Versuch dem entgegenzutreten. Die Bewegungslosigkeit hat ihre Spuren hinterlassen. Zumindest auf der körperlichen Ebene. Auf der geistigen war es bei jedem Versuch wieder etwas ins Rollen zu kommen (egal ob Fitness-Studio, Rennrad oder Laufen – an Handball oder ähnliches war nicht zu denken) – es fühlte sich jedes Mal so an, als würde ich gezwungen ein Getränk zu mir zu nehmen, an dem ich mich schon mal ‚übersoffen‘ hatte. Ich denke einige wissen, was ich damit meine. Mal abgesehen von der Übelkeit, die so etwas gewöhnlich auslöst, waren die anderen Symptome so durchaus vorhanden. Widerstand, Ablehnung und vor allem keinerlei Spaß. Weder vor, während noch nach der Bewegung. Es fühlte sich anstrengend an. Das war es auch. Und mehr kam nicht auf.

Was hat sich getan? Seit einigen Wochen bin ich wieder dabei mich regelmäßig zu Bewegen. Ein Mal pro Woche 30 Min laufen. Und 2-3 Mal Kräftigungsübungen mit einem Tera-Band. Meist nicht mehr als 10-15 Minuten. Hinzu noch – wenn ich Zuhause bin und nicht in Böblingen/Stuttgart 90 Minuten Fußball am Sonntagvormittag. Und es macht Spaß. Tatsächlich. Alles. Alles ohne Druck. Alles ohne ‚muss‘ und schneller, besser, weiter. Beim Laufen sind derzeit die 30 Minuten das Limit. Dabei ist es mir egal, ob ich durchlaufe oder Gehpausen einfügen muss. Auch die Strecke spielt keine Rolle. 30 Minuten. Und Schluss. Mittelfristig möchte ich das auf maximal 60 Minuten ausweiten. Und das bleibt dann so. 1-2 Mal die Woche. Mehr nicht. Und auch bei den anderen Anlässen steht der Spaß im Vordergrund. So ‚runde‘ ich üblicherweise die Kräftigungseinheiten mit einer Achtsamkeits-Meditation ab. Eine für mich persönlich sehr gelungene Kombination.

Es dauert einfach so lang, wie es dauert. Aber wenn nach gut 3 Jahren der Spaß endlich da ist (und nicht zurück – denn der Spaß kam bei mir beim Sport auch immer zu kurz bzw. er war nie da), dann lohnt sich Geduld einmal mehr.

Zwei Dinge sollst du meiden, o Wanderer:

die zwecklosen Wünsche und die übertriebene Kasteiung des Leibes.

4. Semester

Es geht schnell. Es geht wirklich schnell voran. Nun also schon Semester 4 von 6. Gestartet. Also irgendwie auch schon wieder durch. Das letzte ganz ordentlich bis erfolgreich beendet. In jedem Fall alle Prüfungen und Prüfungsleistungen bestanden. Und bei einigen war genau das die Vorgabe. Bestehen. In meinem Alter (höhöhö) kommt es nun echt nicht mehr auf jede Note an. Bei denen, die mir wichtig sind oder am Herzen liegen bin ich allerdings doch auch noch immer recht ehrgeizig. Allerdings mit einem sehr positiven Antrieb. Und auch mit viel Spaß.

Diese Phase sieht nun so aus, dass ende Juni 3 Klausuren anstehen, dazwischen noch ein Referat, eine Seminararbeit und eine Gruppenarbeit (in Form einer Forschungsskizze mit Mini-Empirieteil). Das wars dann auch schon wieder. Dann kommt der Sommer in der Einrichtung. Was ja auch immer wieder 3 Wochen Feriengruppe (hoffentlich wieder in Bayern) und 2 Wochen Urlaub heißt. Wahrscheinlich wird de Arbeitszeit dann im Bereich Werkstatt und Schule verbracht. Regelmäßige Arbeitszeiten. Und Wochenenden frei. Hat dann auch mal was.

Und es hat auch dieses Mal wieder gute 2 Wochen gedauert, um in den Studierenden-Modus zu wechseln. Und jedes Mal aufs Neue bin ich überrascht. Als hätte es das nicht schon in den vorangegangenen Theoriephasen gegeben. Bis ich das verinnerlicht habe ist dann wohl das Studium durch und ich kann es mir dann gerade wieder abgewöhnen.

Aber nun ist es wirklich so weit. Angekommen. Und auch schon wieder Spaß daran, mich mit der ganzen Theorie zu beschäftigen. Zu lesen und zu schreiben und (zumindest bei den meisten) in Seminaren und Vorlesungen zu sitzen. Mit den Dozenten in diesem Semester absolutes Glück. Nach dem letzten Semester tut das auch sehr gut. Die Themen sind auch wieder einigermaßen spannend. Sozialarbeitspolitik, Integration, Migration, Strafrecht, Sucht und Rehabilitation und dazu noch eine kleine Forschungsskizze. Also doch auch wieder aus allen Richtungen etwas dabei. Und auch diese Zeit wird vermutlich wieder vergehen wie im Flug.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares 1.Mai-Wochenende (ohne all zu viel Schnee – Haben früher nicht die Freibäder immer am 1.5. geöffnet?) mit ganz viel Spaß und Erholung und ganz vielen lieben und netten Menschen um Euch herum. Lasst es Euch gut gehen und geht gut mit Euch um.

#kenyadventure / #ugandatventure – was bleibt.

Seit beinahe einer Woche wieder zurück in Deutschland. Eine Woche Urlaub. Und ab Montag geht es wieder in Stuttgart weiter. Die nächsten 3 Monate Theorie stehen an. Start ins 4. Semester. Von 6. Hört sich nicht so schlecht an, finde ich.

Was bleibt von den letzten 3 Monaten?

Die Zeit verging schnell. Wie im Flug. Das war von vornherein klar. Ich war zum ersten mal auf dem Kontinent, der Ursprung von allem ist. Ich denke, es war nicht das letzte Mal. Mehrere Träume erfüllt. Viele tolle Menschen kennengelernt. Enttäuschungen erlebt. Gelacht. Entsetzt. Ungläubig. Die Lebensart in zwei afrikanischen Ländern kennengelernt. Einen kleinen Einblick bekommen in eine andere Welt. Und einen kleinen Einblick bekommen in Hilfsprojekte.

Rein fachlich gesehen hat der Aufenthalt wenig gebracht. Wenn man den zukünftigen Beruf auf das rein fachliche reduzieren kann, dann klingt das wie ein Scheitern. Zumindest enttäuschend. Aber die Zielsetzung war in meinem Fall auch nicht, dass ich fachlich weiter komme. Es war mir schon vor Antritt des Abenteuers klar, dass ich im Bereich Kinder und Jugend nicht meine Stärken habe. Und die letzten drei Monate haben das nur noch weiter unterstrichen. Das empfinde ich als Erfolg. Als beruhigend. Eine Bestätigung meiner Wahrnehmung. Alle Erfahrungen nimmt mir ansonsten keiner. In Anlehnung einer Bemerkung, die einmal ein Personalleiter zu mir bei einem Bewerbungsgespräch für ein Praktikum sagte, kann ich mittlerweile auch behaupten, dass sich mein zukünftiger Beruf ungefähr 70/30 aufteilt. 30% Fachwissen / 70% Persönlichkeit. Das hauptsächliche Werkzeug werde ich selbst sein. Und eben für diese Persönlichkeitsentwicklung (ja, auch im hohen Alter…) sind Aufenthalte wie der vergangene Gold wert.

Die wertvollsten Erfahrungen waren sicherlich die Perspektivenwechsel. Die Versuche, ugandische oder auch kenianische Einstellungen und Lebensverhältnisse nicht mit deutschen oder europäischen Augen zu betrachten. Was natürlich schwer fällt nach über 40 Jahren Sozialisierung in Deutschland. Dabei geholfen haben mir aber vor allem die Besucher aus Europa und Deutschland. Sätze wie „Die wollen alles, was wir auch haben.“ oder „Denen ging es so gut in der Kolonialzeit.“ machen – außer wütend und entsetzt – auch wach. In diesem Fall kann ich sogar behaupten, dass der einzige Kulturschock, den ich hatte, der war, als ich auf meine eigene Kultur vor Ort stieß – die sich bis zum heutigen Tag verhält, wie der Elefant im Porzellanladen. Aber das bietet direkt die Möglichkeit, sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Und zu schauen: Was läuft da eigentlich wirklich schief? Diese Menschen kommen doch eigentlich mit einer Idee in solche Länder. Und eigentlich ist das doch alles gut gemeint. Aber einmal mehr bestätigt sich auch, dass das Gegenteil von ‚Gut‘ eben ‚Gut gemeint‘ ist.

Es war in jedem Fall wundervoll noch einmal so eine Chance zu bekommen. Einfach mal 3 Monate nach Afrika. Eine Möglichkeit, die sich einem sonst eher in jüngeren Jahren bietet. Wertvoll ist es allerdings ganz unabhängig von der Lebenssituation. Und wertvoll war alles, was ich erlebt habe. Und gesehen habe. Ganz gleich, ob es sich zu dem Zeitpunkt gut angefühlt hat oder nicht.

Jetzt steht die zweite Hälfte des Studiums bevor. Noten des letzten Semesters gab es auch schon. Alles weiter genau so, wie ich mir das vorstelle. Ab Herbst wird dann wohl die Arbeit an der Abschlussarbeit ein wenig das Ruder übernehmen. Aber auch darauf freue ich mich jetzt schon. Und auch, dass ich ab Juli dann wieder in meiner Einrichtung arbeiten darf. Zuvor stehen nun nochmal drei weitere Monate Böblingen/Stuttgart auf dem Programm. Mit allem, was so dazu gehört. Inklusive drei mal Handball in Balingen, dem Saisonabschluss vom VfB Stuttgart gegen Würzburg, Lernen, Lesen und Schreiben in der Uni-Bibliothek, die Stadt genießen und überhaupt. Ich freu mich drauf.

#kenyadventure – t minus 5

Es geht dem Ende zu. Das letzte Wochenende ist schon beinahe vorbei. Und dann sind es nur noch 4 ganze Tage. Also laufen die Vorbereitungen für den Abschied in vollen Touren.
Drei Monate auf einem mir fremden Kontinent in zwei Ländern. Zwei ostafrikanische Länder. Beide von meinem Gefühl her nicht so unterschiedlich. Beide haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Beide scheinen in weiten Teilen das von den Briten eingeführte System der Unterdrückung weiterführen zu wollen. Es scheint, als wären eigene Ideen nicht vorgesehen, nicht existent, nicht gewünscht. Darauf scheint das Schulsystem ausgerichtet zu sein. Und sogar die Ausbildung der Lehrer geht mit diesen Gedanken konform. Gestützt wird eine kleine, reiche Elite. Für die restliche Bevölkerung ist kein Platz. Und so soll das auch bleiben. Also einfach nur eine Übernahme der verbrecherischen und kriminellen Ausbeutung, die die Briten gestartet haben – nur ohne die mehreren zehntausend Toten. Immerhin.
Die Projekte, die ich zu Gesicht bekommen habe, zementieren leider diesen Zustand der sozialen Ungerechtigkeit oftmals. Aus Waisenkindern werden privilegierte Kinder gemacht. Und arme Familien schauen dann, dass sie ihre Kinder auch in Waisenheimen oder ähnlichen Projekten unterbringen – damit diese auch eine Chance auf Bildung haben. Die Kirchen (insbesondere die Organisationen, der großen Weltreligionen) benehmen sich – ähnlich der Regierungen – wie im europäischen Mittelalter. Geistliche und weltliche Macht teilen sich den Kuchen auf. Und der Pöbel muss schauen, wie er davon kommt. Land gehört entweder dem Staat oder einer der Kirchen. Mit Schulen wird Geld verdient, Korruption fängt ganz oben an und zieht sich bis nach unten. Was keine Überraschung darstellt. Stinkt doch der Fisch bekanntlichermaßen immer vom Kopf her. Die NGO wie die WHO oder die UN aber auch die EU und einzelne Staaten verfestigen das System mit ihren Zahlungen. Das meiste Geld bleibt bspw. in Kenia in Nairobi hängen – bis zu den eigentlichen Empfängern kommt fast kein Euro durch. Die derzeitige Hungersnot wird von den Regierungen ausgenutzt – es ist hier ein bekanntes Phänomen, dass solche Katastrophen einkalkuliert werden von den Regierungen. Ohne diese Katastrophen würden einige Geldquellen versiegen – und das steht dem Interesse der politischen Elite entgegen. Dafür nimmt man auch Tote in Kauf. Oder schickt sogar das Militär gegen die eigene Bevölkerung.

Heute noch ein letztes Mal den Indischen Ozean genossen. Trotz ‚High Tide‘ ca 30°C Wassertemperatur. Also eher unverständlich hier tatsächlich Urlaub zu machen. Da ist mir der Atlantik in Spanien und sogar das Mittelmeer in Italien oder Kroatien deutlich lieber. Es war aber nochmal ein sehr amüsanter Abschluss der Woche. Die Kinder sind immer äußerst ausgelassen am Strand und können auch ein wenig entspannen und abschalten. Ab morgen geht dann wieder der angespannte Schulalltag los. Wobei am Ende der kommenden Woche noch Exams anstehen. Und dann erst einmal 3 Wochen Ferien.

Meine Rückreise steht für den 31.3. an. Durch den Wechsel #ugandatventure – #kenyadventure schaut der ein wenig zäher und langgezogener aus, als geplant. Aber es ist die Heimreise. Versorgt mit genug Musik, Filmen, Serien und Spielen… Los geht es um 2.00a.m. und – wenn alles glatt läuft – landet der letzte von 5 Fliegern um 9.50a.m. am Samstag 1.4. in Stuttgart. Die Route schaut ansonsten so aus:

Mombasa – Nairobi / Nairobi – Entebbe / Entebbe – Abu Dhabi / Abu Dhabi – Berlin / Berlin – Stuttgart

Die Aufenthalte in Entebbe und Abu Dhabi machen dabei dann die lange Zeit aus. Jeweils 4-6 Stunden. Aber ich freu mich irgendwie schon auf die Dusche in Abu Dhabi und einen Kaffe oder ein arabischen Süßkram.

Für Samstag sind dann schon Maultaschen, Kartoffelsalat und Trollinger bestellt. Mehr braucht es auch erst einmal nicht.

Trotz – oder gerade wegen – aller kritischer Betrachtung hatte ich eine wundervolle Zeit. Eine Zeit mit sehr vielen Erkenntnissen. Teils neuen und teils alten, die bestätigt wurden. In jedem Fall mehrere Möglichkeiten unterschiedliche Perspektiven betrachten zu dürfen. Ebenfalls einen ganz anderen Blick auf meinen zukünftigen Beruf werfen zu können. Alles in allem wirklich ein Geschenk. Ein ganz besonderes. Dafür bin ich allen dankbar, die mir dies ermöglicht haben. Dankeschön!